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Beschreibung

Adam ist ein Zocker. Seine Zeit verbringt er in kleinen Spielhöllen und Automatencasinos. Allerdings ist er kein gewöhnlicher Spieler. Er manipuliert Automaten hinsichtlich ihrer Gewinnausschüttung und tilgt somit den Schuldenberg, den sein einst spielsüchtiger Vater angehäuft hat. Sein mittlerweile an Demenz erkrankter Vater Woyzeck fristet derweil ein eingesperrtes Dasein in ihrem kleinen, verkommenen Familienhaus am Rande der Plattenbauten. Ein letztes Wohlstandssymbol, das Adam händeringend versucht zu erhalten. Während seiner Streifzüge hat sich Adam der ukrainischen Thekenwirtin Dosie (Dorota) angenähert. Auch wenn er sich ihr nicht öffnen kann, zieht es ihn immer wieder zu ihr und er erlebt ein kleines bisschen Hoffnung in einem von Monotonie geprägten Alltag.
Diese Struktur gerät allerdings ins Wanken als überraschenderweise sein sechzehnjähriger Sohn Ben vor seiner Tür steht. Ben hat selber den Kontakt mit seinem Vater abgebrochen und lebt weit weg von den Plattenbauten mit seiner Mutter. Zwischen Vorwürfen und Annäherungsproblemen wird deutlich, dass der von der Schule verwiesene Ben eigentlich nur einen Weg sucht, um mit etwas Geld in der Tasche wieder abzuhauen. Die Suche nach Geld und Freiheit treibt ihn schliesslich in die Arme des paranoiden Einzelgängers Bardo. Bens Schlagfertigkeit und seine Abgebrühtheit beeindrucken Bardo, der ihm schliesslich einen Job als Kurier anbietet. Bardo verkauft Lizenzen mit denen man Automaten knacken kann und nutzt Ben, um die Lizenzgebühr einzutreiben.
Je tiefer Ben in die Materie des Spiels eindringt, desto mehr entblättert er seine eigene Familiengeschichte. Adam ist wiederum gebeutelt von Schuldgefühlen und versucht Ben wieder auf die rechte Bahn zu lenken. Animiert von Dosie versucht Adam mit Ben mehr Zeit zu verbringen. Er will ihm eine Kindheit schenken, die er selber nie gehabt hat. Derweil wird die Situation zwischen Adam, Woyzeck und Ben zunehmend schwieriger. Adams Versuche Vater zu „spielen“ missglücken und drängen Ben weiter zu Bardo, der ihm zeigt, wie man sich den Kiez und die Süchte seiner Bewohner zu eigen macht. Adam glaubt nicht mehr daran ein guter Vater für Ben sein zu können. Ben fühlt sich verraten. Doch Adam muss lernen loszulassen und auch zu kämpfen und zwar für seine eigene Familie und macht sich auf den Weg.

Pressezitate:
Regisseurin Meyer, die ihr Budget komplett in Eigeninitiative per Crowdfunding einsammelte, ist ein wohltuend unaufgeregtes Werk zwischen Familiendrama und Milieustudie gelungen, das mehr zufällig als demonstrativ in der Hauptstadt spielt. (Spiegel online, Kaspar Heinrich)

Mia Maariel Meyer erzählt ihre Geschichte unspektakulär und unsentimental, sie schaut der Entwicklung ihrer Figuren einfach zu und lässt den Zuschauer seine eigenen Schlüsse ziehen. Statt ihre Problematik zu Tode zu erklären, zeigt sie einfach, was passiert, wenn Menschen in eine soziale und persönliche Abwärtsspirale geraten – das ist unbequem und unheimlich spannend anzuschauen. Davon wünscht man sich mehr im deutschen Kino. (BR Puls, Michael Wopperer)

Hanno Koffler hatte schon in „Freier Fall“ und „Härte“ bewiesen, wie überzeugend er aus der Klischeefigur des außen harten Kerls, der im inneren ein sensibler, nachdenklicher Typ ist, einen interessanten Charakter machen kann. Auch hier bildet er zusammen mit seinem Filmsohn Matti Schmidt-Schaller den emotionalen Kern, eine schwierige Vater-Sohn Beziehung, die von Aversionen, Misstrauen und Vorwürfen geprägt ist, die aber nicht ausdiskutiert werden, sondern sich durch kleine Gesten entwickelt. (programmkino.de, Michael Meyns)

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